Der Nachlass des renommierten Künstlers Jean Leppien wird im Lüneburger Archiv sorgfältig aufgearbeitet. Geboren 1910 in Lüneburg, emigrierte er 1933 nach Frankreich und wurde dort französischer Staatsbürger. Sein Leben war geprägt von seiner Ausbildung am Bauhaus und seinen Kontakten zu bedeutenden Künstlern wie Josef Albers, Paul Klee und Wassily Kandinsky. Trotz seiner jüdischen Herkunft und der Verfolgung durch die Nazis überlebte er den Holocaust gemeinsam mit seiner Frau, die jedoch von der Gestapo verraten und ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert wurde.

In Frankreich etablierte sich Leppien als bedeutender Maler der abstrakten Kunst. Seine Werke zeichnen sich durch geometrische Formen, Linien, Kreuze, Kreise und Farbflächen aus. Der Nachlass, bestehend aus zahlreichen Briefen, persönlichen Gegenständen und Fotografien, ermöglicht einen intimen Einblick in sein Leben und Schaffen. Besonders hervorzuheben sind Tonaufnahmen einer Rede von Leppien, in der er über Freiheit spricht und betont, dass diese nicht einfach gegeben ist, sondern erkämpft werden muss.

Das Archivteam hat den Nachlass sorgfältig sortiert und katalogisiert, in der Hoffnung, dass Historiker und Forscher sich intensiv damit befassen werden. Der Archivar Danny Kolbe betont die Bedeutung des Materials für die Erforschung von Leppiens Leben und die damalige Gesellschaft. Auch das Museum Lüneburg zeigt großes Interesse an dem Nachlass und plant möglicherweise Ausstellungen, um das Erbe des bedeutenden Künstlers zu würdigen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.